Franken
Zwischen der Rhön im Norden, dem Steigerwald im Osten, dem Taubertal im Süden und dem Spessart im Westen liegt das Land des Bocksbeutels. Dabei werden heute nur noch ca. 40 Prozent der fränkischen Weine tatsächlich im Bocksbeutel abgefüllt, dennoch prägt er noch immer das Bild, das die Weinliebhaber von dieser Region haben.
Seit etwa 1200 Jahren wird in dieser malerischen Landschaft Wein angebaut. Auf einer Rebfläche von heute rund 6.000 Hektar kultivieren die Winzer vor allem den Silvaner.
Schon Goethe liebte den Frankenwein, zum Bespiel aus der berühmten Lage Würzburger Stein. Noch heute wird der Reisende hier von den malerischen Barockbauten begeistert und genießt ein gutes Tröpfchen bei den Würzburger Barockfesten. Überhaupt gibt es Feste zu Hauf, von März bis zum Abschluss der Lese mit ihren Federweißenfesten gibt es ein vielfältiges kulinarisches und kulturelles Angebot.
Klima und Geologie
In der Weinanbauregion Franken herrschen drei unterschiedliche Bodenarten vor. So finden sich im Mainviereck in Unterfranken und dem Spessart vor allem Buntsandstein und Verwitterungsböden. Lehm- und Lössböden, aber auch Muschelkalkuntergrund herrschen im Maintal bei Wertheim und Miltenberg vor und im Bereich des Steigerwaldes überwiegen Keuperböden.
Nur knapp 20 Prozent der Anbaufläche befinden sich in Steil- und Terrassenlagen, was die Arbeit der Winzer hier doch um einiges erleichtert.
Das Klima in Franken ist bedingt durch die umrahmenden Gebirge eher trocken. Die Sommer sind warm und die Winter recht kalt, also durchaus ideale Bedingungen für den Weinanbau.
Rebsorten
Der Silvaner ist das Aushängeschild der fränkischen Winzer, aber auch der Müller-Thurgau, der mit über 40 Prozent des Bestandes die meistangebaute Rebsorte Frankens ist, erlebt in den letzten Jahren eine Renaissance, da sich vor allem die jungen Winzer seiner angenommen haben.
Überhaupt machen die Weißweine, darunter auch der ansonsten recht seltene Bacchus, sowie Kerner und Riesling, mehr als 80 Prozent des gesamten Rebenbestandes in Franken aus.
Unter den hier selten anzutreffenden Rotweinen ist in erster Linie der Blaue Spätburgunder zu nennen, der allerdings nur knapp 3 Prozent der Anbaufläche auf den insgesamt 24 Großlagen und 223 Einzellagen ausmacht. Aber unter den über 50 in Franken angebauten Rebsorten wird wohl jeder sein Lieblingströpfchen finden können.
Die fränkischen Winzer teilen ihre Erzeugnisse in drei Kategorien ein. „Neues Franken“ bezeichnet dabei fruchtige, frische und unkomplizierte Weine, die im Regelfall im weißen Bocksbeutel oder in der Bordeauxflasche abgefüllt sind.
Kräftigere und vielfältigere Weine, zumeist im grünen Bocksbeutel abgefüllt, findet man in der Kategorie „Klassisches Franken“.
Die qualitativ besten Weine vor allem der Sorten Silvaner, Riesling und Burgunder verbergen sich in der Rubrik „Großes Franken“. Angeboten werden sie im Bocksbeutel oder in der Burgunderflasche.
Zudem prämiert der Fränkische Weinbauverband jedes Jahr die zehn besten Weine mit dem Titel „Best of Gold“.
Winzer und Weingüter in Franken:
